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OBSESSION

eine intermediale Performance nach einer Idee von Paul Voigt und René Rothe

Regie/Bühne: René Rothe
Dramaturgie/Video: Paul Voigt
Musik: Julius Eberhard

Mit: René Rothe und Paul Voigt

Premiere: 27. Oktober 2011 im projekttheater Dresden
Eine Koproduktion des projekttheaters Dresden mit dem Ensemble La Vie
Die Produktion wurde gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden.

Was sind unsere innersten (An)-Triebe? Was verführt uns und wie weit sind wir bereit zu gehen?
Ständig und überall werden wir mit Sinneseindrücken überflutet. Uns wird gezeigt, was richtig und was falsch ist. Was schön und was hässlich ist. Was wir brauchen und was nicht.
Und wir dürfen wählen.
Wir haben den freien Willen und die Kraft zur Entscheidung als die Grundlagen unseres Denkens und Handelns in Richtung des Guten seit der Aufklärung. Aber kann man sich nicht auch für das Gegenteil entscheiden? Oder wird einem die Entscheidung vielleicht sogar abgenommen, ohne dass man es bemerkt?
OBSSESION stellt sich, als Gebilde aus Raum, Klang, Bewegung und Spiel, den Leidenschaften und Versuchungen, die uns tagtäglich umgeben – mit allen Sinnen.

Inhaltlicher Anstoßpunkt von OBSESSION sind die Werke des
Donatien-Alphonse-François, Marquis de Sade, hier besonders sein Hautwerk »Die 120 Tage von Sodom«. Zentrales Thema ist die Entgrenzung menschlichen Denkens und Handelns bis hin zur Perversion auf den Grundlagen der Aufklärung. Gern wird der Fokus in der Behandlung der Werke de Sades auf den extremen sexuellen Bereich seiner Darstellungen reduziert. In OBSESSION soll der gedankliche Leitfaden aber auf einer soziologisch-philosophischen Ebene verlaufen. Wie geht man mit grundlegenden Themen des Menschseins um, wenn man Schranken wie Ethik und Moral hinter sich lässt? Ein zentrales Thema ist Macht, deren Ausübung und Erfahrung.
De Sade war ein Zeitgenosse der Französischen Revolution und der spannungsvollen Entwicklung der Demokratie in Mitteleuropa. Er lebte in einer Zeit, die einen Riss zwischen zwei Epochen darstellte. Alte Systeme wurden und waren obsolet, aber neue waren noch nicht erprobt oder gefestigt. Die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situationen waren nicht in der Lage, adäquat und im entsprechenden Tempo ihrer einzelnen Entwicklungen aufeinander zu reagieren. So kam es immer wieder zu einem Machtvakuum oder gegenläufig zu Monopolisierung.
Das ist ein Thema, dem wir auch heute wieder gegenüberstehen.

Presse:
Dresdner Neuste Nachrichten vom 29. Oktober 2011

Am Ende lohnt der Vergleich mit de Sades zynischer Abrechnung
mit seiner totalitären Verbotsgesellschaft...

»Obsession« setzt nicht auf explizite Sexualbeschreibungen, sondern auf die soziologisch-philosophische Interpretation dessen, was wir heute Freiheit nennen...

Was »Obsession« aufgreift, ist die Macht, die die uns umgebenden Faktoren auf uns ausüben, wie sie uns überbeschäftigen, bis wir zufrieden oder wenigstens ausgelastet sind.

Foto: Julia Beyer


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